Hessischer Bildungsserver / Hauptschulen in Hessen

Wolff: "Richtungsweisende Modernisierung von Lehrerbildung, Unterricht und Schule"

Aktuelle Pressemitteilung

Dieser Beitrag ist abgelaufen: 27. März 2005 00:00

Eine neue Kultur der Leistung und Anstrengung werde sich auch positiv auf die Schülerinnen und Schüler auswirken. Beispiele wie die erfolgreichen Projektprüfungen an den Hauptschulen, bei denen Schülerteams gemeinsam ein selbst gewähltes Thema erarbeiten, hätten das bereits eindrucksvoll gezeigt. "Die Schule der Zukunft wird geprägt sein von neuen Formen des Unterrichts, die die individuelle Förderung von Kindern stärken. Dabei stehen selbstständiges Arbeiten und kreatives Lernen im Vordergrund", unterstrich Wolff. "Schule und Unterricht müssen noch stärker als bislang vom Kind her gedacht werden."

Mit einer umfassenden Organisationsreform im Bildungswesen ebnet die Landesregierung den Weg für eine neue Qualitätsoffensive an Hessens Schulen. "Unser erklärtes Ziel ist, Lehrerbildung, Unterricht und Schulen konsequent zu modernisieren", sagte Kultusministerin Karin Wolff heute in ihrer Regierungserklärung vor dem Hessischen Landtag. Moderne Lehrerbildung sei mit ein Garant für modernen Unterricht.

Grundlage für die verstärkte Sicherung hoher Qualitätsstandards seien die beiden neu geschaffenen Institutionen, die zum Jahresbeginn ihre Arbeit aufgenommen haben: das hessische Institut für Qualitätsentwicklung (IQ) in Wiesbaden und das Amt für Lehrerbildung (AfL) in Frankfurt. "Wir haben den Organisationsrahmen für eine höhere Professionalisierung der Lehrerbildung und für die Qualitätsmessung im Bildungswesen neu gesteckt. Hessen übernimmt damit in Deutschland erneut eine Vorreiterrolle", erklärte die Ministerin. "Lehrer leisten gute Arbeit. Ich will, dass sie sie noch besser machen können."

Der nächste Schritt sei nun der Transport der Neuerungen in alle Bereiche der hessischen Bildungslandschaft hinein. Die Modularisierung der Lehrerausbildung, mit der Studierende noch besser auf die Schulwirklichkeit vorbereitet werden, sei schon auf den Weg gebracht. "Die Verordnungen sind in solider Vorbereitung. Universitäten und Studienseminare arbeiten bereits auf der Grundlage von Entwürfen, so dass einer Umsetzung zu Beginn des kommenden Wintersemesters nichts im Wege steht", betonte Wolff.

In den nächsten Monaten seien darüber hinaus regionale Schulforen geplant, um alle Schulleiterinnen und Schulleiter mit Vertretern des Kultusministeriums, des IQ und des AfL an einen Tisch zu bringen. "Beide Institutionen sind für die Belange der Schulen da und unterstützen sie nach Kräften", sagte die Ministerin. "Es muss deutlich werden, dass wir alle gemeinsam an der Qualitätsverbesserung des Bildungswesens arbeiten müssen." Information über die Veränderungen sei überaus wichtig, denn erst wenn die neue Welt der Lehrerbildung allen bekannt sei, sei die Botschaft angekommen.

Für die Schulen stelle sich die Aufgabe, die neu entwickelten Bildungsstandards in der Unterrichtspraxis umzusetzen. Klare Zielvorgaben durch die Landesregierung wie die Einführung zentraler Abschlussprüfungen für alle hessischen Schülerinnen und Schüler gewährleisteten einen einheitlichen Qualitätsstandard. Gleichzeitig müssten den Schulen größere Handlungsspielräume beim Erreichen der Ziele eingeräumt werden. "Unser Weg heißt mehr Selbstverantwortung für die Schulen", erläuterte Wolff. Die hessische Schule von morgen werde mehr Entscheidungsfreiheit bei organisatorischen, personellen und finanziellen Fragen haben. Erfahrungen aus dem landesweiten Modellprojekt "Selbstverantwortung plus" an 17 Berufsschulen werden gesammelt und in Konzepte eingebracht, um das Modell schrittweise auch auf andere Schulformen zu übertragen. Alle Schulen hätten sich bereits "Schulprogramme" gegeben, in denen sie ihr eigenes Profil beschreiben und intern Zielvorgaben evaluieren. In ersten Pilotprojekten sei unter Federführung des IQ noch in diesem Jahr eine Evaluation von außen geplant.

Wolff warb mit Nachdruck dafür, dass Schulverwaltungen, Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler gemeinsam den Prozess zu mehr Selbstverantwortung an ihrer Schule vorantreiben. Geplant sei, Schulprogramme künftig auch durch Erziehungsvereinbarungen zwischen Schule und Elternhaus zu ergänzen. Eine neue Kultur der Leistung und Anstrengung werde sich auch positiv auf die Schülerinnen und Schüler auswirken. Beispiele wie die erfolgreichen Projektprüfungen an den Hauptschulen, bei denen Schülerteams gemeinsam ein selbst gewähltes Thema erarbeiten, hätten das bereits eindrucksvoll gezeigt. "Die Schule der Zukunft wird geprägt sein von neuen Formen des Unterrichts, die die individuelle Förderung von Kindern stärken. Dabei stehen selbstständiges Arbeiten und kreatives Lernen im Vordergrund", unterstrich Wolff. "Schule und Unterricht müssen noch stärker als bislang vom Kind her gedacht werden."

Die Ministerin verwies auf die strategischen Ziele der Landesregierung in der Bildungspolitik für die laufende Legislaturperiode: "Wir wollen, dass Kinder am Ende der zweiten Klasse sinnerfassend altersadäquate Texte lesen können. Und wir wollen, dass ein Drittel weniger Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss die Hauptschule verlassen." Für beide Ziele sei bereits viel getan worden, weitere Schritte seien eingeleitet. Dazu gehörten die verstärkte Vermittlung von Methodenkompetenz in der Lehrerbildung und die Festlegung von hessischen Bildungsstandards für die zweite Klasse als Ergänzung zu den von der Kultusministerkonferenz vorgegebenen Standards für die Klasse vier. Zur Überprüfung der Standards werde es am Ende der vierten Klasse Vergleichsarbeiten geben.

"Unser Reformkonzept bündelt und verzahnt Modernisierungsprozesse in allen Bereichen der Bildungspolitik. Wir benennen eindeutige Ziele und sorgen konsequent für deren Umsetzung. Jeder kann jetzt sehen und prüfen, ob wir damit Erfolg haben", erklärte Wolff abschließend.

| 25. Februar 2005 08:00